Auch die Börsianer reagierten erleichtert: Aktienkurse und Euro legten zu, die Risikoaufschläge auf spanische und italienische Anleihen fielen. Die Euro-Zone werde nun stabiler, weniger risikoreich, sagte David Thebault, Chefhändler des Finanzdienstleisters Global Equities in Paris.
Der jüngste Schritt der EZB und der Stimmungswandel an den Börsen sind zweifellos positiv. In Erwartung dessen hatten wir vorab schon einige Änderungen in unserem Portfolio vorgenommen. So wurde einerseits die Untergewichtung Spaniens und Italiens reduziert (durch Positionen in Telefonica, Enel, Gas Natural und Iberdrola) und andererseits haben wir bestehende Positionen in nachrangigen Anleihen unserer bevorzugten Emittenten im Banken- und Versicherungssektor ausgebaut.
Wie schon erwähnt, kann der positive Effekt nur von Dauer sein, wenn die Regierungen nun ihre Hausaufgaben machen. In Europa haben wir in letzter Zeit die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, getreu dem Motto "Kaufe bei Gerüchten, verkaufe bei Fakten" zu handeln. Wir werden sehr genau beobachten, ob es diesmal anders ist. Einstweilen sind alle Augen auf Deutschland gerichtet, wo das Bundesverfassungsgericht am 12. September seine Entscheidung bezüglich des Rettungsschirms bekannt gibt, und auf das Treffen der Eurogruppe (Finanzminister der Eurozone) am 14. September.
In erster Linie kommt es also darauf an, was in Deutschland und Spanien passiert.
Vor allem aber haben wir gegenwärtig ein Umfeld, in dem sich Flexibilität und Schnelligkeit auszahlen. Daher bleiben wir auf der Hut, um jederzeit zu handeln und unsere Kredit- und Zinssensitivitäten an das aktuelle Geschehen anzupassen.
Der Euro <EURUS.FX1> hat zur Wochenmitte von der Billigung des europäischen Rettungsschirms ESM durch das Bundesverfassungsgericht profitiert. Erstmals seit Mitte Mai stieg die Gemeinschaftswährung über die Marke von 1,29 US-Dollar. In der Spitze kostete ein Euro am Mittwoch 1,2936 Dollar. Bis zum späten Nachmittag fiel der Euro leicht auf 1,2890 Dollar zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2896 (Dienstag: 1,2787) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7754 (0,7820) Euro.
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